Deutsch-Chinesische Beziehungen zwischen Wirtschaft und Menschenrechten

 width=
Deutsche Konzerne unterstützen China bei einer umweltfreundlicheren Infrastruktur

Das Wirtschaftswunder China gehört zu den wichtigsten Handelspartnern für Europa und eine Senkung ist besonders für Deutschland nicht in Sicht. Im Gegenteil, denn in den vergangenen Jahren stieg der Umsatz der deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen für den Export und Import. Von diesem Aufschwung profitieren verschiedene deutsche Unternehmen, obwohl die Einhaltung der Menschenrechte in China immer wieder zu neuen Gesprächen führt.

China als zweitwichtigster Handelspartner für Deutschland

Während sich die Vereinigten Staaten auf dem ersten Platz der wichtigsten Handelspartner für Deutschland befinden, liegt China auf dem zweiten Platz und versdrängt Japan. Der Grund dafür ist der steigende Exportmarkt, der für immer mehr deutsche Unternehmen interessant wird. So exportierte Deutschland 2010 Waren im Wert von 53,6 Milliarden Euro und importierte für 76,5 Milliarden chinesische Produkte. Daher ist es trotz Streitigkeiten zwischen beiden Regierungen nicht verwunderlich, dass die deutsche Regierung seit 2011 eine Konsultation mit China unterhält.

Deutsche Wirtschaft profitiert von Regierungskonsultation

Zu den verschiedensten Ländern unterhält Deutschland seit langer Zeit Konsultationen, die die Wirtschaft beider Länder stärken sollen. Im Rahmen der ersten Konsultation mit China besuchte der Staatspräsident Wen Jiabao die Bundeskanzlerin und schlossen zahlreiche Abkommen. Dazu gehört der Bau von zwei VW-Werken in Zusammenarbeit mit dem Autohersteller SAIC, denn Autos deutscher Automobilkonzerne erfreuen sich bei den Chinesen wachsender Beliebtheit. Daneben profitieren Airbus und Siemens von der Regierungskonsultation, die ab sofort jährlich stattfinden soll. So erhielt Siemens einen Auftrag für Windräder, während Airbus einen Vertrag mit Chinas Holding-Flugzeuggesellschaft CAS unterzeichnete. Schließlich gab es mehrere Nebenvereinbarungen für verschiedene Energieprojekte, an denen auch mittelständige Firmen beteiligt sein sollen. Trotz dieses Aufschwungs und einer Vergrößerung der Gewinne für die deutsche Wirtschaft, verstecken sich hinter diesen Beziehungen zwischen beiden Ländern Schattenseiten. Zumal für Firmen in China andere Gesetze gelten als das Wirtschaftsrecht in Deutschland.

Der Preis für den chinesischen Exportmarkt

Für einen Standort in China bezahlen deutsche Unternehmen einen hohen Preis durch einseitige Handelsbeziehungen. Diese sind die Schattenseiten des deutsch-chinesische Verhältnisses. Zum Beispiel produzieren und verkaufen Konzerne aus der deutschen Automobilbranche ihre Wagen in China, aber erhalten keine ausgleichende Gegenleistung. Stattdessen müssen sie das Wissen über neue Technologien mit den Chinesen teilen, die damit eigene Produkte entwickeln und diese Technologie verbessern. Diese Strategie verfolgt die Regierung bereits seit einigen Jahren, so dass Unternehmen aus Deutschland zwar in China ein zweites Standbein für den asiatischen Raum gründen, indem sie lokale Firmen unterstützen und bald die Führung verlieren. Der Grund: Die Bezeichnung „Made in China“ soll zukünftig nicht nur auf Billig-Produkten aufgedruckt sein, sondern für Qualität, Innovationen und neueste Technik stehen. Keine Wunder also, dass das Land nach qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland sucht.

Der Rechtsdialog und Konfliktpunkte mit China

Ein großes Problem, dass regelmäßig für Streitigkeiten zwischen China und anderen Ländern sorgt, ist die Einhaltung der Menschenrechte. Zwar stärkte der Aktionsplan die Rechte der Ärmsten, dennoch bestehen weiterhin einige Defizite, um die sich China in Zukunft kümmern muss. Außerdem führten 2007 und 2008 die Besuche des Dalai Lamas bei Angela Merkel zur heftigen Kritik seitens der chinesischen Regierung. Dieser Umstand in Verbindung mit der Erzwingung geistigen Eigentums von deutschen Konzernen verdeutlicht, dass sich Unternehmer eine Expansion nach China gründlich überlegen sollten.

Bild: panthermedia.net | Thomas Knauer