Gesetze im Internet: Ihr Recht als Käufer

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Bei Bestellungen im Internet haben Sie umfassende Rechte

Im Internet wird heute viel bestellt, sogar inzwischen Lebensmittel. Es ist bequem und man muss nicht von Laden zu Laden hetzen. Allerdings gibt es natürlich einige Einschränkungen bei dem Kauf im Internet. So kann man die Ware vorher nicht sehen und prüfen und mit Reklamationen kann es unter Umständen etwas schwieriger sein, muss es aber nicht.

Die gesetzliche Gewährleistungspflicht beim Onlinekauf

Im Fall eines Mangels würde das Gewährleistungsrecht greifen. Darunter versteht man die gesetzliche Verpflichtung des Verkäufers den Mangel zu beseitigen (Mangelhaftung). Durch den Gebrauch verursachte Fehler stehen nicht unter der Gewährleistungspflicht. Für Neuware beträgt die gesetzliche Gewährleistungspflicht 2 Jahre ab der Warenübergabe, egal ob es um EWP-Wasserbetten geht oder einen Wasserkocher. Bei gebrauchten Waren kann der Verkäufer die Frist auf 1 Jahr verkürzen. So kann er aber auch die Zeit verlängern oder nur auf Teilbereiche ausdehnen. Bei privaten Käufen zum Beispiel in einem Onlineauktionshaus wie ebay kann der Verkäufer die Gewährleistung ausschließen. Bitte dort auf die gemachten Angaben achten. Der Ausschluss der Gewährleistung wird jedoch aufgehoben, wenn die Ware einen Mangel aufweißt, welcher verschwiegen wurde oder falsche Angaben bewusst zu dem Artikel gemacht wurden. Bei dem Verdacht können Sie rechtliche Schritte einleiten, bzw. den Verkäufer wegen Betrug anzeigen.

Die Rechte im Falle einer Reklamation

Zuerst besteht das Recht auf Nacherfüllung. Das bedeutet, dass der Käufer die Beseitigung des Mangels verlangen kann. Zum Beispiel durch eine Reparatur oder durch einen Umtausch. Einzelstücke können einen Umtausch ausschließen. Sie können nur auf Reparatur bzw. auf die Beseitigung des Sachmangels bestehen. Zum Beispiel bei einem gebrauchtem Pkw oder einer Einzelanfertigung (Stückkauf). Bei einem Gattungskauf, wobei die Ware nach allgemeinen Merkmalen ausgesucht wurde, kann der Käufer auf Lieferung einer neuen Ware bestehen. Die Kosten dafür muss der Verkäufer tragen.

Bei zwei erfolglosen Nachbesserungen gilt diese als fehlgeschlagen und der Käufer kann vom Vertrag zurücktreten. Sie haben damit das Recht des Rücktritts und der Minderung. Rücktritt bedeutet, dass die Ware an den Verkäufer und damit das Geld an den Käufer zurückgegeben wird. Der Rücktritt kann von einer Seite ausgehend erklärt werden, wenn der Käufer dazu das Recht hat oder der Rücktritt vertraglich festgehalten wurde. Das Rücktrittsrecht besteht nach den zwei gescheiterten Nachbesserungsversuchen und auch nur wenn die Ware einen erheblichen Mangel aufweist. Minderung bedeutet eine Reduzierung des Kaufpreises im Nachhinein. Diese kann anstelle des Rücktritts verlangt werden. Die (Un)Erheblichkeit des Mangels stellt sich hier nicht. Hierbei muss es zu einer Schätzung kommen, damit die Differenz zwischen den Werten bei Vertragsabschluss und derer bei Lieferung benannt werden kann.

Bild: panthermedia.net | Dirk Ercken